Warum Mantiden?
11 gute Gründe eine Gottesanbeterin zu halten
1. Sie sind wunderbare Haustiere für Stadtmenschen, da sie relativ wenig Platz benötigen. Es muss keine aufwendige Technik installiert werden und die Tiere machen nicht viel Mist und keinen Lärm. (Geringe Anschaffungskosten und geringe laufende Kosten)
2. Sie benötigen vergleichsweise wenig Pflege, so dass man auch mal getrost ein paar Tage in den Urlaub fahren kann. (Mit Vorbereitung)
3. Für ein Insekt besitzen Sie einen interessanten Charakter und interagieren auch meist gerne mit Menschen.
4. Ihre kurze Lebenserwartung von ca. einem Jahr bis eineinhalb macht es auch für Interessierte/ Einsteiger leicht, das auszuprobieren. Man ist nicht ewig gebunden.
5. Das Terrarium lässt sich als „Eyecatcher“ wunderbar ins Wohnambiente einbauen
6. Man lernt verschiedene Lebenszyklen- und weisen von (Futter)insekten kennen.
7. Gottesanbeterinnen besitzen ein sehr interessantes Jagdverhalten, das man immer wieder beobachten kann.
8. Interessante Entwicklungsstadien (keine Klassische Metamorphose wie bei Schmetterlingen, sondern eine so genannte unvollständige Metamorphose)
9. Sie unterliegen keinen behördlichen Bestimmungen und müssen zB. nicht gemeldet werden
10. Sie sind nicht giftig noch anderweitig gefährlich
11. Es gibt mehr als 2.400 bekannte Arten, (nicht alle sind in Zucht verfügbar) somit wird einem nicht fad und es ist für jeden Geschmack was dabei. Hast du lieber eine große, lieber eine kleine, eine die einem welken Blatt ähnelt, oder einem Ast? Lieber was Klassisches in Grün, oder lieber eine bunte Art? DU hast die Wahl.
All diese Punkte machen auch klar, dass Gottesanbeterinnen ein für Kinder (unter Aufsicht von Erwachsenen) sehr gut geeignetes Haustier sind und viel Freude bringen, wie auch das Interesse an der Natur und ihren Lebewesen erweckt, aufrechterhält und stillt.
Artportraits Mantiden:
Creobroter cf. gemmatus (Asiatische Blütenmantis)
Ursprung: Süd- und Ostasien
Größe ausgewachsen:
Weibchen: ca. 4,5 cm
Männchen:ca. 3,5 cm
Lebenserwartung:
Weibchen: bis zu 1,5 Jahre
Männchen: bis zu 1 Jahr
Terrariengröße:
ab 20x20x20 cm (für ein ausgewachsenes Tier)
Haltungsbedingungen:
Temperatur: 25-30 C°
Luftfeuchtigkeit: 60-80%
Futter:
Je nach Häutungsphase kleine bis große Fruchtfliegen,Ofenfischchen, Goldfliegen bzw. Schmeißfliegen, Grillen.
Eine kleine, aber wunderschöne Art die unter anderem durch Ihre Farben und den "Smiley" auf den Deckflügeln besticht. Sehr aktive Jäger. :)
Für Anfänger geeignet.
Hierodula membranacea (Indische Riesengottesanbeterin)
Ursprung: Süd- und Westasien
Größe ausgewachsen:
Weibchen: ca. 10 cm
Männchen: ca. 9 cm
Lebenserwartung:
Weibchen: ca. 1,5 Jahre
Männchen: ca. 1 Jahr
Terrariengröße:
ab 20x20x30 cm (für ein ausgewachsenes Tier)
Haltungsbedingungen:
Temperatur: 25-30 C°
Luftfeuchtigkeit: 50-70%
Futter:
Je nach Größe des Tieres: Fruchtfliegen, Goldfliegen, Schmeißfliegen, Grillen und Schaben.
Hierodula membranacea ist DIE Einsteigerart, die ich jedem, der Neu im Hobby ist, gerne ans Herz lege. Sie sind sehr interaktiv, verzeihen mehr als einen Haltungsfehler und haben ein sehr freundliches Wesen. Nicht zur Gruppenhaltung geeignet.
Hymenopus coronatus (Orchideenmantis, Kronen-Fangschrecke)
Ursprung: Süd-Südostasien
Größe ausgewachsen:
Weibchen: ca. 7-8 cm
Männchen: 3-4 cm
Lebenserwartung:
Weibchen: 1-1,5 Jahre (Vom Schlupf gerechnet)
Männchen: sehr kurz, ein halbes Jahr bis zur Adulthäutung und dann meist nur wenige Wochen. Männchen brauchen auch zwei (!) Häutungen weniger bis zum Adultstadium.
Terrariengröße:
ab 20x20x20 cm (für ein ausgewachsenes Tier)
Haltungsbedingungen:
Temperatur: 26-30 C°
Luftfeuchtigkeit: 60-80 Grad
Nahrung:
Je nach Häutungsphase kleine bis große Fruchtfliegen, Goldfliegen bzw. Schmeißfliegen. WICHTIG: Hymenopus nur FLIEGENDES Futter verabreichen. Anderes Futter kann zu Verdauungsproblemen bzw. Problemen bei der Oothekenablage führen.
Terrarium: Unbedingt bei Exoterras die Metallgaze abdecken, bzw. sollte Lochblech im Terrarium vorhanden sein, auch das mit Gaze oder Fliegengitter abdecken, da sich die Tiere die Tarsen (vorderstes Glied des Beines) abreißen.
Diese Art begeistert die meisten, da sie durch ihr besonderes Äußeres besticht und für viele beginnt bei dieser Art die Faszination für Gottesanbeterinnen. Allerdings empfehle ich diese Art NICHT für Anfänger, da sie empfindlich ist. Bitte zuerst Erfahrungen mit anderen, leichter zu haltenden Arten sammeln und Hymenopus coronatus eher als Ziel betrachten, auf das man hinwächst. ;)
Phyllocrania paradoxa (Geistermantis)
Ursprung: Afrika bzw. Madagaskar
Größe ausgewachsen:
Weibchen: ca. 6 cm
Männchen: ca. 5,5 cm
Lebenserwartung:
Weibchen: ca. 1,5 Jahre
Männchen: ca. 1 Jahr
Terrariengröße:
ab 15x15x15 cm (für ein ausgewachsenes Tier)
Bei Gruppenhaltung: 30x30x40 cm (LxBxH)
Diese Art ist für die Gruppenhaltung gut geeignet. Am besten nach Geschlecht getrennt. (Ausfälle sind trotzdem nie ganz auszuschließen)
Haltungsbedingungen:
Temperatur: 25-32 C°
Luftfeuchtigkeit: 50-70%
Futter:
Je nach Größe des Tieres: Fruchtfliegen, Goldfliegen, Schmeißfliegen, Grillen und Schaben. Am besten haben sich bei mir Gold- bzw. Schmeißfliegen bewährt, so hält sich auch der gelegentlich vorkommende Kannibalismus in Grenzen.
Phyllocrania paradoxa ist super für Anfänger geeignet. Sie ahmen tote Blätter nach und verhalten sich auch so. Sie sind sehr unkompliziert was die Haltung betrifft. Aus meiner Erfahrung tolerieren diese Tiere auch eher kühlere Temperaturen (25 C°) und sind auch, was die Luftfeuchtigkeit betrifft von eher trocken (40-50%) bis feucht (60-80%) haltbar.
Popa spurca (Kleine Astmantis)
Ursprung: Ostafrika
Größe ausgewachsen:
Weibchen: ca. 8 cm
Männchen: ca. 7 cm
Lebenserwartung:
Kann ich noch nicht genau sagen, alle Infos die ich finde
stimmen nicht mit der Lebenserwartung überein, die sich bei mir abzeichnet. :)
Terrariengröße:
ab 20x20x20 cm (für ein ausgewachsenes Tier)
Haltungsbedingungen:
Temperatur: 26-30 C°
Luftfeuchtigkeit: 50-70 Grad, ich halte sie aber meist eher trocken (50%) da sie den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung decken.
Nahrung:
Je nach Häutungsphase kleine bis große Fruchtfliegen, Ofenfischchen, Goldfliegen bzw. Schmeißfliegen, Grillen.
Diese Art besticht durch Ihr Aussehen und Ihr Verhalten, da sie Äste imitieren und bei Gefahr Ihre Fangarme nach vorne streckt, um besser mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Nach meiner Erfahrung mögen sie es nicht angefasst bzw, überhaupt als Mantis erkannt zu werden. Somit zählen sie für mich zu den Schauinsekten. Diese Art ist für Anfänger gut geeignet und ist ein sehr aktiver Jäger. Das Terrarium sollte mit vielen Ästen, fast schon Buschartig dekoriert werden, sodass sie gut mit ihrer Umgebung verschmelzen können. (Bei nicht Adulten Tieren bitte beachten, dass sie trotzdem nach unten immer Platz haben, um sich zu häuten.)
Artportraits Käfer:
Pachnoda sinuata (Südafrikanischer Fruchtkäfer)
Ursprung: Südafrika/Namibia
Größe ausgewachsen:
2-2,5 cm
Lebenszyklus:
Die Weibchen legen Eier, aus denen sich Larven entwickeln, die sich nach ca. 3-4 Monaten in einem Kokon im Substrat verpuppen. Nach einer Puppenruhe von ca. einem Monat schlüpft wieder ein adulter Käfer.
Terrariengröße/ Einrichtung:
Das wichtige ist hier die Substrathöhe, die ungefähr das 3-fache der Körperlänge der Käfer betrage sollte, damit die Käfer sich abends eingraben, und die Weibchen ihre Eier ablegen können. Die Käfer sind tagaktiv. Das Terrarium selbst kann man gestalten wie man will, die Käfer und Larven graben das Substrat um, also bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Man muss nur darauf achten, dass Äste etc. nicht umfallen und die Käfer erschlagen.
Temperatur/Luftfeuchtigkeit: Sehr anspruchslos- von Zimmertemperatur bis 30 C°.
Das Substrat sollte feucht gehalten werden, jedoch nie nass.
Futter:
Käfer: Beetle-Jelly, reifes Obst
Larven: jegliches organisches Material (zB: Laub, Weißfaules Holz, Moos)
Obst, dass auf das Substrat gelegt wird